Studenten beim Brainstorming

Alltagstipps für Studenten

Das Studentenleben ist nicht immer einfach. War man zu Schulzeiten noch fast ein Kind, soll man als Student plötzlich ein verantwortungsvoller junger Erwachsener sein, der mit seinem Geld haushaltet, sich um seine Versicherungen kümmert und ganz nebenbei auch noch sein Studium gut macht. Da sind viele erst einmal überfordert.

Um Ihnen das Erwachsenen- und Studentenleben etwas angenehmer zu machen, haben wir für Sie einige Alltagstipps zusammengestellt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Apps für Studenten
  2. Versicherungen
  3. Vergünstigungen
  4. Steuererklärung für Studenten
  5. Literaturrecherche
  6. Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten

 

Tipp 1: Apps für Studenten

Wussten Sie, dass Ihre Smartphones zu viel mehr fähig sind als zur ausschließlichen Nutzung sozialer Netzwerke?

Inzwischen gibt es viele Apps, die Ihnen die Organisation des Studiums, das Lernen oder auch das Nachschlagen, Kochen und Haushalten erleichtern sollen.

Wir stellen Ihnen einige dieser Apps vor und erklären, was diese tatsächlich können.

 

Smartphone mit allen Apps im Überblick

Organisation:

  • To-Do Listen: Any.Do
    Mit Any.Do haben Sie eine wirklich gut designte To-Do-App, die sich sogar über den Webbrowser Google Chrome auf Ihrem Rechner synchronisieren lässt. Die App enthält zusätzlich noch einen Kalender, welcher bei der Planung der anstehenden Aufgaben hilft.
  • Notizen: Evernote
    In dieser App können Sie Ihre Notizen in Sprache, Schrift oder Bild speichern, was sehr praktisch ist. Zudem können Sie die Notizen mit einer einfachen Suchfunktion durchsuchen und auch mit Ihrem PC synchronisieren.
  • Scannen: CamScanner
    Mit dieser App können Sie problemlos über die Kamerafunktion Ihres Handys Dokumente als PDF einscannen und bearbeiten. Das geht schnell, einfach und ganz ohne zusätzliche Geräte.

Lernen:

  • Unterwegs lernen: AnkiDroid Karteikarten
    Mit dieser Karteikarten App können Sie bequem im Bus oder in der Bahn jederzeit und überall lernen. Die App ist mit Ihrem PC synchronisierbar und kann verschiedene Karteikartenformate verarbeiten.
  • Sprachen lernen: Duolingo
    Diese App ermöglicht es Ihnen, völlig kostenfrei Sprachen zu lernen. Für deutschsprachige ist die Auswahl im Moment noch relativ klein, mit Englisch als Grundsprache haben Sie dagegen sehr viele Möglichkeiten. Die niedliche grüne Eule hilft bei der Motivation. Die App ist toll, um Ihre Sprachkenntnisse aufzufrischen oder neue Sprachen zu lernen.

Nachschlagen, Kochen und Haushalten:

  • Nachschlagen: WolframAlpha
    Vor allem Studenten der Naturwissenschaften ist Wolfram Alpha meist ein Begriff. Die App kann eigentlich alles, was ein Student sich wünscht: Mathematik, Statistik, Infos finden und vieles mehr. Die App ist zwar kostenpflichtig, allerdings können Sie WolframAlpha am Handy kostenlos über den Webbrowser nutzen. Die Bedienbarkeit ist etwas schlechter, funktioniert aber trotzdem.
  • Kochen: Chefkoch
    Rezepte finden leicht gemacht – geben Sie einen Suchbegriff ein und Chefkoch wird Ihnen aus über 300.000 Rezepten die passenden heraussuchen. Die App kann sogar die Mengenangaben umrechnen und Sie können Ihre Lieblingsrezepte abspeichern. Allerdings kommen die Rezepte von Privatpersonen, deshalb ist hin und wieder auch das Eine oder Andere komische Rezept dabei. Hier hilft die Bewertungsfunktion.
  • Kochen: Beste Reste
    Diese App vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hilft Ihnen dabei, Ihre Reste optimal zu verwerten. Sie sagen der App, was Sie übrig haben und die App sagt Ihnen, was Sie daraus kochen können. Oft müssen Sie noch ein paar Dinge dazukaufen und es gibt noch nicht so viele Rezepte, die Idee ist allerdings toll und hilft Ihnen dabei, weniger wegzuwerfen. Außerdem gibt es gute Tipps, wie Sie die Lebensmittel richtig aufbewahren.
  • Haushalten: Too Good to Go
    Hier wird gutes Essen für wenig Geld ermöglicht und dabei noch etwas Gutes getan. Im Prinzip werden Reste von Restaurants und Läden durch eine sehr einfache Funktionsweise vermittelt: Man sucht sich ein Angebot aus und holt es im angegebenen Zeitraum ab. So werden die Läden davor bewahrt, gutes Essen wegzuwerfen und Ihr Geldbeutel wird geschont.
  • Haushalten: Flatastic
    Mit dieser App behalten Sie ganz einfach den Überblick über Einkaufslisten, Putzpläne und Finanzen einer WG. Alle WG Mitbewohner können auf die Listen zugreifen, sodass die Kommunikation deutlich vereinfacht wird und jeder immer weiß, was einzukaufen, zu putzen oder zu bezahlen ist.

Tipp 2: Versicherungen

Unter Studenten herrscht in Bezug auf Versicherungen leider oft große Unwissenheit und Verwirrung. Bei den meisten haben in der Schulzeit die Eltern alles übernommen und sich darum gekümmert – doch als Student soll man sich doch selbst darum kümmern. Um das Thema Versicherungen strukturiert anzugehen und keine unnötigen Verträge abzuschließen, haben wir für Sie zusammengestellt, was Sie wirklich brauchen.

Aufgaben abhaken
  • Jeder Deutsche ist verpflichtet, eine Krankenversicherung zu haben. Diese übernimmt die Kosten für Ihre Arztbesuche, Medikamente (abzüglich der Zuzahlung) und Krankenhausaufenthalte. Viele von Ihnen sind wahrscheinlich noch über die Familienversicherung der Eltern mitversichert, das sollten Sie abklären. Verdienen Sie jedoch mehr als 435 € (z B. aus Werkstudententätigkeit, Vermietung, Verpachtung oder Zinseinkünfte) im Monat oder 450 € bei einer geringfügigen Beschäftigung, sind Sie verpflichtet, eine eigene Krankenversicherung abzuschließen. Hier gibt es oft spezielle Tarife für Studierende, welche Sie bei den Krankenkassen erfragen können. Eine eigene Versicherung brauchen Sie übrigens auch, wenn Sie älter als 25 Jahre sind.
  • In Deutschland ist niemand verpflichtet, eine private Haftpflichtversicherung zu haben, es wird aber jedem empfohlen. Diese übernimmt Schäden, die Sie versehentlich am Eigentum anderer Leute verursacht haben. Auch hier gibt es eine Familienversicherung, die Ihre Eltern wahrscheinlich abgeschlossen haben. In dieser sind Sie mitversichert, bis Sie Ihr Studium abgeschlossen haben und ins Berufsleben einsteigen.
  • Wenn Sie ein Auslandssemester planen, ist es sinnvoll, über eine Auslandskrankenversicherung nachzudenken. Bleiben Sie in Europa, ermöglichen Ihnen Sozialabkommen zwischen den europäischen Ländern gleiche Krankenversorgung, wie Sie sie in Deutschland erhalten hätten. Diese kann je nach Land aber geringer ausfallen, außerdem werden Krankenrücktransport und privatärztliche Behandlung nicht übernommen. Im Nicht-EU-Ausland greift Ihre deutsche Krankenversicherung allerdings gar nicht. Um sich richtig abzusichern, ist es bei längeren Auslandsaufenthalten also ratsam, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Hier ist es wichtig, dass Sie Preis und Angebot verschiedener Versicherer vergleichen, da es hier sowohl preislich als auch von der Leistung her große Unterschiede gibt.
  • Jeder Autohalter ist dazu verpflichtet, eine KFZ-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Wenn Sie also ein Auto besitzen, müssen Sie diese Versicherung haben, die an Ihrer Stelle für Schäden aufkommt, die Sie versehentlich an Autos und/oder Personen verursacht haben. Sie bezahlt aber nicht die Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug.
  • Um Schäden an Ihrem eigenen Auto abzusichern, können Sie eine Kasko-Versicherung (Voll-/Teilkasko) abschließen. Das ist allerdings nur sinnvoll, wenn Ihr Auto noch genug wert ist. Bei einem 15 Jahre alten Kleinwagen, wie ihn viele Studenten fahren, übersteigen die Kosten klar den Nutzen.

Es gibt noch weitere Versicherungen, die eventuell für Sie interessant sein könnten, aber nicht unbedingt notwendig sind:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Diese Versicherung springt ein, wenn Sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht arbeiten können. Gesetzliche Erwerbsminderungsrente gibt es nämlich für Studenten und junge Arbeitnehmer in der Regel nicht. Wenn Sie diese Versicherung früh in Ihrem Leben abschließen, bekommen Sie günstigere Konditionen und niedrigere Beiträge. Hier ist es dann wichtig, darauf zu achten, dass die Rente nachträglich ohne Gesundheitsprüfung erhöht werden kann.
  • Pflegeversicherung: Auch wenn man als junger Mensch nicht darüber nachdenken möchte, ist es doch notwendig, eine Pflegeversicherung in Betracht zu ziehen. Diese springt ein, wenn Sie zum Pflegefall werden und bezahlt dann zum Beispiel eine Unterbringung im Pflegeheim oder eine Pflegekraft für Zuhause. Somit könnten Sie Ihre Angehörigen zumindest finanziell entlasten.

Es gibt natürlich auch Versicherungen, die nicht wirklich notwendig sind, euch aber oft als solche verkauft werden:

  • Unfallversicherung: Als Studenten sind Sie bei allen mit dem Studium verbundenen Aktivitäten gesetzlich unfallversichert. Alle Ihre anderen Aktivitäten könnten Sie durch eine private Unfallversicherung abdecken, diese zahlt meistens jedoch nur, wenn Sie bleibende Schäden davontragen.
  • Brillenversicherung: Anders als der Name vermuten lässt, zahlt diese Versicherung Ihnen nicht die ganze Brille. Das Gestell wird nur gezahlt, wenn es gebrochen, beschädigt oder mindestens 2 Jahre alt ist. Neue Gläser gibt es nur bei starker Beschädigung oder Sehstärkenveränderung. Meist wird dann auch nur eine Pauschale gezahlt. Wollen Sie ein besonderes Gestell oder brauchen teurere Gläser, zahlen Sie kräftig drauf.
  • Glasbruchversicherung: Diese Versicherung zahlt Ihnen neue Scheiben im Falle eines Bruchs. Allerdings zahlen Sie für die Versicherung um einiges mehr, als eine neue Scheibe kosten würde.

 

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/kredit-schulden-insolvenz/versicherungen-fuer-studenten-die-unerlaesslichen-policen-10510

https://www.finanztip.de/sinnvolle-versicherungen/

Tipp 3: Vergünstigungen

Der studentische Geldbeutel ist leider viel zu oft viel zu leer. Um ihn etwas zu schonen, gibt es für Studenten oft Vergünstigungen. Wir sprechen hier allerdings nicht nur über die Sparmöglichkeiten, die jeder kennt, sondern vor allem über die, von denen nur wenige Leute wissen. Wenn Sie gerne so richtig sparen wollen, schauen Sie sich unsere Tipps an.

Weißes Sparschwein
  • Semesterticket: Vielerorts in Deutschland bietet der ÖPNV in Zusammenarbeit mit den Universitäten eine Fahrkarte für Studenten an. Damit können Sie für viel geringere Preise als üblich jederzeit Bahn fahren.
  • Bahncard 25/50: Mit der Bahncard für junge Leute unter 26 Jahre können Sie an jedem Ihrer Bahntickets 25% bzw. 50% sparen.
  • Notebooks: Viele Hersteller bieten mittlerweile Rabatte für Studenten an. So kann man beispielsweise bei Microsoft 10 % Rabatt auf Surface Produkte bekommen, oder bei Lenovo und Notebooksbilliger exklusive Angebote erhalten. Auch Apple Fans bekommen mit dem Bildungsrabatt unter Vorlage des Studentenausweises auf Ihre Kosten.
  • Office: Oft kommt man bei der Nutzung der kostenlosen Officepakete an seine Grenzen. Um ihren Studenten ein effizientes und angenehmes Arbeiten mit Office zu ermöglichen, haben viele Universitäten Verträge mit Microsoft abgeschlossen, sodass die Studenten Office 365 für eine Verwaltungsgebühr von wenigen Euro nutzen können.
  • Handytarife für Studenten: Besitzen Sie einen Handyvertrag, so können Sie diesen oft gegen Vorlage des Studentenausweises billiger bekommen.
  • Banken: Die meisten Banken bieten immatrikulierten Studenten ein kostenloses Konto an.
  • Flüge: Viele Airlines bieten jungen Leuten bzw. Studenten vergünstigte Tickets an. So kann Sie zum Beispiel bei SAS ein Jugendticket (bis 26 Jahre) buchen, mit dem Sie oft nur die Hälfte für Flüge nach Skandinavien zahlen.
  • Fachzeitschriften: Benötigen Sie für Ihr Studium Fachzeitschriften, so stellen die Abopreise oft ein Problem dar. Hier lohnt es sich, nach Studentenrabatten über verschiedene Websites zu suchen, da diese oft nur halb so viel kosten.
  • GEZ: Studenten, die BAföG erhalten, sind vom Rundfunkbeitrag befreit. Dazu müssen Sie nur den BAföG-Bescheid nach Köln schicken und die Befreiung beantragen.

Um noch mehr Spartipps zu finden, schauen Sie sich doch mal auf

https://www.studententarife.org/ um.

Und wenn Ihnen jetzt immer noch Geld fehlt, dann lesen Sie doch mal den nächsten Tipp, in dem es um die Steuererklärung für Studenten geht.

Tipp 4: Steuererklärung für Studenten

Ärgern Sie sich auch oft über das Geld, das Sie für Ihr Studium ausgeben müssen? Dieses Geld ist keineswegs verloren, die Ausgaben für das Studium sind nämlich bis zu vier Jahre rückwirkend steuerlich absetzbar und sparen Ihnen so eine Menge Geld.

Zuerst lassen Sie uns definieren, welche Kosten wie lang absetzbar sind.

Studieren Sie im Erststudium und haben zuvor keine Berufsausbildung gemacht (sozusagen „echter Ersti“), zählen diese Kosten als Sonderausgaben und können in einer Höhe von bis zu 6.000 € in dem Jahr abgesetzt werden, in dem sie entstehen – jedoch nicht rückwirkend. Studieren Sie im Zweitstudium (dazu gehört auch das Masterstudium), berufsbegleitend, haben Sie vor dem Studium eine Ausbildung gemacht oder sind Doktorand, zählen diese Kosten als sogenannte vorweggenommene Werbungskosten und können in unbegrenzter Höhe bis zu vier Jahre rückwirkend abgesetzt werden.

Die Menge an Geld wächst wie eine Pflanze

Bevor Sie jetzt allerdings Luftsprünge machen, müssen wir natürlich darüber sprechen, in welcher Form Sie sich das Geld holen können. Das geht nämlich nur, wenn Sie einen Job haben, in dem Sie genug verdienen, um Steuern zahlen zu müssen. Die meisten Studentenjobs sind allerdings so ausgelegt, dass das Gehalt sich in dem Bereich bewegt, in dem keine Steuern bezahlt werden, sondern nur Sozialabgaben. Hier können Sie dann nichts geltend machen.

Wenn Sie allerdings tatsächlich eine Arbeit haben, bei der Sie Lohnsteuer abgeben müssen, können Sie Teile dieser über eine Steuererklärung zurückbekommen. Spätestens nach Ihrem Studium, wenn Sie ins Berufsleben einsteigen, können Sie dann endlich Ihre Kosten geltend machen. Die Ausgaben der letzten vier Studienjahre (allerdings wie oben erklärt nur im Rahmen eines Zweitstudiums) können Sie angeben, was oftmals in einer erheblichen Steuerminderung resultiert.

Um Ihre Ansprüche geltend zu machen, müssen Sie Ihre Steuererklärung richtig und ordentlich machen. Um Ihnen dabei zu helfen, gibt es diverse Programme, die sogar teilweise umsonst sind. Steuertipps.de beispielsweise bietet extra für Studenten und Berufseinsteiger eine kostenlose Software an. Das Finanzamt selbst bietet mit „Elster“ eine kostenlose Software, die allerdings nicht überall beliebt ist. Ein nicht kostenfreies Programm ist beispielsweise Taxman, das immer für das aktuelle Steuerjahr angeboten wird und ca. 20 € kostet. Natürlich können Sie auch zu einem Steuerberater gehen, dieser kostet Sie allerdings meistens mehr als Sie zurückbekommen können.

Damit das Finanzamt Ihre Ansprüche annimmt, müssen Sie die Ausgaben belegen: Sie müssen bei Nachfrage zu jeder Ausgabe eine Quittung vorweisen können. Bei Käufen über Online-Händler wie Amazon etc. sind diese auch im Nachhinein einfach herunterzuladen; schwieriger wird es bei Ausgaben in Läden, da nur wenige Menschen einen Kassenzettel für vier Jahre aufbewahren. Wenn Sie also planen, nach Ihrem Studium Ansprüche geltend zu machen, heben Sie die Quittungen auf und machen Sie am Besten Kopien davon, da viele Quittungen mit der Zeit verblassen.

Wenn Sie sich nun eine Steuersoftware holen und eine Steuererklärung machen, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass das ausgerechnete Ergebnis nur selten exakt mit der Rechnung des Finanzamts übereinstimmt. In den meisten Fällen werden einige Ihrer Ansprüche nicht akzeptiert, wodurch Sie etwas weniger Geld zurückbekommen, als das Steuerprogramm berechnet hat.

In jedem Fall ist es einen Versuch wert, die Studienkosten von der Steuer abzusetzen.

https://www.steuertipps.de/die-erste-steuererklaerung/studenten

https://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/ausbildung-studium/diese-ausbildungskosten-kannst-du-von-der-steuer-absetzen.html

http://www.e-fellows.net/Studium/Studienfinanzierung/Geld-sparen-als-Student/Steuervorteil-Studienkosten/(page)/all

Tipp 5: Literaturrecherche

Wenn Sie in Ihrem Studium an dem Punkt angekommen sind, an dem Sie Projekt- oder Abschlussarbeiten schreiben müssen, kommen Sie um die Literaturrecherche nicht herum. Um Ihre Arbeit wissenschaftlich fundiert schreiben zu können, müssen Sie sich mit dem befassen, was zu Ihrem Thema an Literatur vorhanden ist. Wie genau Sie dabei vorgehen sollten, haben wir für Sie Schritt für Schritt zusammengestellt.

Bücherstapel

Schritt 1: Definieren Sie Ihr Thema und grenzen Sie es ab

Bevor man anfängt, nach Literatur zu suchen, muss das Thema klar definiert werden, sonst entfernt man sich im Zuge der Recherche immer weiter davon, weil man nicht erkennt, was relevant ist und was nicht.

Schritt 2: Nutzen Sie verschiedene Quellen

Um Literatur zu finden, sollten Sie nicht nur auf eine Quelle vertrauen, sondern auf mehreren Seiten und in mehreren Bibliotheken schauen, was Sie zu Ihrem Thema finden können. Hier ist es wichtig, Fachliteratur zu nutzen, das sind Fachartikel (im englischen sog. „Paper“) aus wissenschaftlichen Zeitungen, Journals und Zeitschriften.

Beispiele für gute Literaturseiten im naturwissenschaftlichen Bereich sind beispielsweise Sciencedirect, die NCBI Datenbank, Researchgate und Plos One. Für alle Arten der Literaturrecherche können Sie das Google-eigene Recherchetool „Google Scholar“ nutzen. Viele Universitätsbibliotheken haben Verträge mit Literaturanbietern, über die Sie kostenlos an Fachliteratur kommen.

Schritt 3: Nutzen Sie das Schneeballsystem

Am Anfang ist es schwer, spezifisch passende Quellen zu finden. Daher bietet es sich an, etwas allgemeiner zu beginnen und sich an verschiedenen Artikeln entlangzuhangeln, während die Themen spezifischer werden. Am besten gelingt das, indem man sich die Literaturangaben passender Artikel durchliest und mit diesen weitermacht. So kommt man von jedem gefundenen Paper zu diversen anderen mit dem gleichen Thema.

Schritt 4: Setzen Sie Prioritäten

Wissenschaftliche Artikel sind oft sehr lang. Deshalb ist es sinnvoll, die gefundenen Artikel nicht ganz zu lesen, sondern nur teilweise, bis man weiß, ob er thematisch passend ist. Das spart viel Zeit und Mühe. Lesen Sie nur die Artikel ausführlich, die in Ihrer Arbeit am Ende erwähnt werden – bei allen anderen reicht oft überfliegen der Inhalte aus.

Schritt 5: Nutzen Sie eine Literaturverwaltung

Um den Überblick über eure Literatur zu behalten und diese in Ihrer Arbeit richtig zu zitieren, sollten Sie ein Verwaltungsprogramm nutzen. Diese werden oft gratis oder mit kostenloser Hochschullizenz angeboten, sodass Sie sie problemlos nutzen können. Viel verwendete Programme sind Citavi und Mendeley.

Wenn Sie Ihre Literatur gefunden haben und es an das wissenschaftliche Schreiben geht, lesen Sie sich doch mal unseren Tipp zu diesem Thema durch.

Tipp 6: Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten

Die meisten Studenten sind mit dem Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten anfangs überfordert. Plötzlich gibt es Richtlinien, die einem aber keiner so genau nennen kann und Probleme, die man bisher nie hatte. Um Ihnen die Verwirrung etwas zu nehmen, haben wir eine „Anleitung“ zum Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit zusammengestellt.

Zuerst sollten wir uns den Sinn einer wissenschaftlichen Arbeit verdeutlichen: Ein Thema oder Ergebnisse einer Forschung sollen so aufgearbeitet werden, dass andere sie nachvollziehen und sich einen Überblick verschaffen können. Dazu werden die Informationen so gegliedert, dass sich ein roter Faden durch den Inhalt der Arbeit zieht. Eine gute Gliederung zeigt, dass Sie das Thema verstanden haben und es strukturiert darstellen können.

Mindmap zum wissenschaftlichen Schreiben

Allgemein sollten Sie als Student der Naturwissenschaften Ihre Arbeit in Einleitung, Vorgehen, Ergebnisse und Diskussion bzw. Schluss gliedern.

In der Einleitung müssen Sie Werbung für Ihre Arbeit machen, denn nach dieser entscheidet der Leser, ob er den Rest der Arbeit interessant genug findet, um ihn zu lesen.Im diesem Teil Ihrer Arbeit sollten Sie an das Thema heranführen, indem Sie dessen Relevanz erläutern, es in den Kontext einordnen und die Ziele Ihrer Arbeit abstecken. Danach sollten Sie Ihr weiteres Vorgehen kurz zusammenfassen. Oft fällt es leichter, die Einleitung erst nach dem Schreiben des Hauptteils anzugehen, wenn klar ist, was die Arbeit darstellt.

Im Hauptteil dürfen Sie Ihre Ergebnisse und Erkenntnisse darstellen. Wichtig ist hier, nur zu beschreiben und noch nicht zu interpretieren – dazu haben Sie die Diskussion. Ihre Ergebnisse sollten schlüssig aufgebaut und gut erläutert präsentiert werden. Denken Sie daran, dass jemand, der sich im Voraus noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat, das Ganze verstehen soll.

Im Diskussionsteil ist es wichtig zu erläutern, was Ihre Ergebnisse im Bezug zur bereits existierenden Forschung bedeuten. Ordnen Sie sie in den Kontext ein und vergleichen Sie sie mit bereits bekannten Informationen. Zum Schluss sollten Sie noch einen Ausblick geben, was Sie sich an zukünftiger Forschung in Bezug auf Ihr Thema vorstellen können.

Wie die Arbeit aufgebaut ist, wissen Sie jetzt. Doch wahrscheinlich fragen Sie sich immer noch, wie Sie das Ganze anstellen sollen. Dazu gibt es leider kein Rezept, das auf jeden Fall funktioniert. Sie müssen für sich herausfinden, wie Ihnen das Schreiben am leichtesten fällt. Der eine schreibt „drauf los“ und macht sich später Gedanken über die Gliederung, der andere gliedert die Arbeit im Voraus und überlegt sich dann spezifisch den Inhalt jedes Unterpunkts. Um zunächst Ideen zu sammeln, empfehlen sich oftmals Strategien wie Brainstorming oder Mindmapping, da das den Anfang erleichtert.

Um weitere Schreibtipps zu finden, schauen Sie doch mal beim Schreibportal der Uni Leipzig vorbei:

http://home.uni-leipzig.de/schreibportal/

Ihr Ansprechpartner

Vadim Smirnow
Rekrutierungsmanager